Heute erreichte uns ein an die WR gerichteter Leserbrief. Da die Aussicht auf den Abdruck in der WR eher gering ist, möchten wir den Brief hier in voller Länge veröffentlichen:
Leserbrief zur Westfälischen Rundschau, Ausgabe vom 6.6.2013
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Sympathie-Aktion vom 6.6.2013, in der alle Lokalredakteure der Ruhr-Nachrichten, deren Leistung jetzt bei der sog. Westfälischen Rundschau zweitverwertet werden, per Foto vorgestellt wurden, nehme ich als Anlass, einige lang zurückgehaltene und aktuelle Argumente zur Schließung der WR-Lokalredaktion Dortmund nieder zu schreiben. Es war sozusagen der berühmte Tropfen auf das genauso berühmte dann überlaufende Fass.
Wahrscheinlich muss man es politischer Korrektheit vorweg sagen: Ich hege keinen Groll gegen diese Redaktion, nur ist sie nicht „meine“ Redaktion und wird es auch nie werden. Denn dann wäre ich schon lange direkter Kunde des Lensing-Hauses. So bin ich aber noch immer seit Juli 1985, der Gründung eines eigenen Hausstandes, wie man so sagt, Kunde der Westfälischen Rundschau.
Man hat uns Lesern eine vertraute Redaktion, deren Kompetenz und deren qualitativer Berichterstattung wir vertraut haben, ohne uns zu fragen genommen. Es wurden Menschen in die Arbeitslosigkeit geschickt, die es aufgrund ihrer Leistungen für die Leserschaft absolut nicht verdient hatten. Sie haben zumeist und ganz überwiegend eine gute Arbeit geleistet und auch in ihrer politischen Aussage ein Gegengewicht zum politisch eindeutig anders eingestellten Konkurrenzblatt dargestellt. Und letztlich bedeutet der Verlust der Heimatredaktion für einen Lokalreporter doch enorme Schwierigkeiten, weiter in seinem Beruf arbeiten zu können, da er über den Kiez, in dem er sich auskennt, nicht mehr berichten darf.
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