Solidarität mit den Beschäftigten der Westfälischen Rundschau

Kurzmitteilung

Am 15.01.2013 wurde bekannt, dass die WAZ-Gruppe die Redaktionen der Westfälischen Rundschau schließen möchte. Hiervon sind ca. 300 feste und freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen.

Erklären Sie sich solidarisch mit der Belegschaft der Westfälischen Rundschau und fordern Sie die WAZ-Gruppe auf, die Pläne zu überdenken. Hier können Sie online unterzeichnen.

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ddvg unterstützt ehemalige WR-Freie mit 100.000 €

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Ein verdienter Sinkflug – Die Taz über die Auflageneinbruch der WR

Leserbrief

Heute erreichte uns ein an die WR gerichteter Leserbrief. Da die Aussicht auf den Abdruck in der WR eher gering ist, möchten wir den Brief hier in voller Länge veröffentlichen:

Leserbrief zur Westfälischen Rundschau, Ausgabe vom 6.6.2013

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Sympathie-Aktion vom 6.6.2013, in der alle Lokalredakteure der Ruhr-Nachrichten, deren Leistung jetzt bei der sog. Westfälischen Rundschau zweitverwertet werden, per Foto vorgestellt wurden, nehme ich als Anlass, einige lang zurückgehaltene und aktuelle Argumente zur Schließung der WR-Lokalredaktion Dortmund nieder zu schreiben. Es war sozusagen der berühmte Tropfen auf das genauso berühmte dann überlaufende Fass.

Wahrscheinlich muss man es politischer Korrektheit vorweg sagen: Ich hege keinen Groll gegen diese Redaktion, nur ist sie nicht „meine“ Redaktion und wird es auch nie werden. Denn dann wäre ich schon lange direkter Kunde des Lensing-Hauses. So bin ich aber noch immer seit Juli 1985, der Gründung eines eigenen Hausstandes, wie man so sagt, Kunde der Westfälischen Rundschau.

Man hat uns Lesern eine vertraute Redaktion, deren Kompetenz und deren qualitativer Berichterstattung wir vertraut haben, ohne uns zu fragen genommen. Es wurden Menschen in die Arbeitslosigkeit geschickt, die es aufgrund ihrer Leistungen für die Leserschaft absolut nicht verdient hatten. Sie haben zumeist und ganz überwiegend eine gute Arbeit geleistet und auch in ihrer politischen Aussage ein Gegengewicht zum politisch eindeutig anders eingestellten Konkurrenzblatt dargestellt. Und letztlich bedeutet der Verlust der Heimatredaktion für einen Lokalreporter doch enorme Schwierigkeiten, weiter in seinem Beruf arbeiten zu können, da er über den Kiez, in dem er sich auskennt, nicht mehr berichten darf.

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Evangelische Kirche im Ruhrgebiet unterstützt Proteste gegen Schließungen von Zeitungsredaktion

Die Evangelische Kirche im Ruhrgebiet unterstützt die Proteste gegen Schließungen von Zeitungsredaktionen in der Region. Die Schließung der WAZ-Redaktion in Recklinghausen als auch die Auflösung der WR-Redaktion in Dortmund stellen einen massiven Eingriff in die Zeitungslandschaft im Ruhrgebiet dar, erklärte der Moderator der Ruhrsuperintendenten-Konferenz (RSK), der Oberhausener Superintendent Joachim Deterding.
“Wir teilen und unterstützen die Ansicht des Evangelischen Kirchenkreises Recklinghausen, dass die Schließung der WAZ-Redaktion in Recklinghausen einen schweren Angriff gegen die Beschäftigten und ihre Arbeitsplätze darstellt”, heißt es in einer Erklärung. Sie bedrohe zudem das hohe Gut der Pressevielfalt: Wenn zukünftig im bevölkerungsreichsten Kreis in Deutschland nur noch “eine” Zeitung mit lokaler Berichterstattung auftritt, bleibt eine kritische Öffentlichkeit notgedrungen auf der Strecke.
Für die Medienlandschaft in Dortmund bedeute das Ende der „Westfälischen Rundschau“ (WR) eine bedauerliche Einschränkung der Pressevielfalt, bemängeln die Kirchenvertreter. “Wir erinnern gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Dortmund in diesem Zusammenhang auch an die bedeutsame Geschichte der WR als demokratische Stimme in Dortmund nach dem Ende der Nazi-Diktatur.”
Die Evangelische Kirche im Ruhrgebiet appelliert deshalb an die Gesellschafter und an die Geschäftsführung der WAZ-Mediengruppe, ihre Entscheidung zur Schließung von Redaktionen noch einmal kritisch zu überdenken. Dazu ist sie auch zu Gesprächen nach allen Seiten offen.

Es geht weiter: 200 Stellen bei WAZ sollen abgebaut werden

Das meldet jedenfalls Newsroom.